Olli and the Bollywood
Orchestra (F/Ind)

2-CD "Kitch'en"
Promotion: musikexport@mv-nrw.de

Bollywood ist überall. Spätestens seit den indischen Anleihen in „Moulin Rouge“ begeistert man sich auch jenseits des Subkontinents für die märchenhaften Geschichten, fantastischen Farben und vor allem die sagenhaften Melodien und Tänze des Bollywood-Kinos. In der Heimat des indischen Lichtspiels werden jährlich etwa doppelt so viele Filme wie in den USA produziert, die täglich vierzehn Millionen Zuschauer vor die Leinwand locken. Auch deutsche Filmtheater zeigen seit einiger Zeit die aktuellen Produktionen, sogar im hiesigen Fernsehen feiern die komischen Tanzdramen Einschalterfolge.

Während sich das Kronos Quartet auf dem aktuellen Album mit Asha Bhosle der Musik des Bollywood-Komponisten R.D. Burman widmet, präsentieren uns jetzt Olli and the Bollywood Orchestra ihre unvergleichlich originellen, akustischen und elektronischen „Filmis“ (kurz für „filmi sangeet“, also „film song“). Versiert und virtuos, ernstlich spaßig und voll leichtherziger Tiefe, klangvoll und im besten Sinne kitschig kreiert der bretonische Sänger, Pianist und Songwriter Ollivier Leroy dabei seinen idealen modernen Musikkosmos. Gemeinsam mit der Bollywood-Stimme Jojo und einigen grandiosen indischen und französischen Instrumentalisten spielt er mit Klischees und Traditionen, nimmt sich das Beste aus allen möglichen Welten, jongliert mit Kopfnicker-Beats, Sitar und reichlich rhythmischen Rasereien. So kocht sich das geschmackvolle und würzige „Kitch’en“ zusammen - eine „respektlose Hommage“, wenn man so will, die allein in Frankreich schon über 20000 Musikfans live begeistern konnte.

Es muss Karma gewesen sein, das den Bretonen Ollivier Leroy Anfang der Neunziger von allerhand Musiktheater und lyrischen Liedern zum indischen Raga bringt. Bald schon reist er nach Indien, trifft dort Yvan Trunzler, einen Schüler der Raga-legendären Dagar Brüder, und lebt sich noch mehr in die Gesangstraditionen Nordindiens ein. Zurück in Paris studiert er bei einem Sänger aus Kalkutta die populären „Bhajans“ auf Hindi, Bengali und Punjabi. Seinen musikwissenschaftlichen Abschluss an der Universität von Rennes macht er mit einer Arbeit über „den Einfluss indischer Musik auf französische Komponisten nach 1945“. Ab 1997 lernt er zudem noch bei der Poetin Aparna Narayan auf Sanskrit zu schreiben und Hindi zu sprechen. Im letzten Sommer bringt Olli, der zwischendurch auch mit diversen weltmusikalischen Projekten von Pandip über Shafali bis Mukta arbeitete und den pakistanischen Qawwali-Gesang studierte, erstmals sein „Bollywood Projekt“ auf einige französische Bühnen. Mit Unterstützung der Festivals von Carhaix (Vieilles Charrues) und Rennes (Tombées de la Nuit) traten „Olli and the Bollywood Orchestra“ vor gut 20.000 Besuchern auf. Die Reaktionen waren enthusiastisch. Was Olli und seine Duettpartnerin Jojo gemeinsam mit einem Orchester voll instrumentaler Helden aus Kalkutta und Frankreich da anstellten, natürlich vor einer großen Leinwand, auf der immer wieder neue Video-Mixe aus den tollsten Bollywood-Produktionen zu sehen waren, verschlug dem Publikum zuerst die Sprache. Anschließend drehten sie fast durch - vor Begeisterung.

Mit „Kitch’en“, aufgenommen im Dezember 2003 und im Januar 2005 in Kalkutta, sowie 2004 immer wieder in Frankreich, will Ollivier Leroy seine fantastische Show jetzt in jedes Wohnzimmer bringen. Auf der ersten CD begeistern der Meister und seine Mannen (Pardon, und die säuselnde Jojo natürlich) akustisch, CD 2 wartet mit allerhand elektronischen Beats und Sounds aus der Trickkiste von Peter Gabriels Realworld Studios auf. Dass sich da immer wieder, schon beim herzergreifenden Akustik-Set, aber auch bei der in alle Glieder fahrenden Electro-CD, originale Olli-Kompositionen und Klassiker von R.D. Burman, A.R. Rahman oder Kalyanji Anandji abwechseln, fällt nur positiv auf, wenn überhaupt. Tatsächlich stammen zwölf der insgesamt siebzehn charmanten und cinematischen Stücke aus der Feder des Bollywood-Bretonen. Ein klangvoller Beweis, dass die Sounds von Bollywood so universell wie einzigartig sind. Bollywood ist überall.