Vaguement La Jungle (F)
Französischer Acoustik-Pop/Chanson
neue CD "Aie, aie, aie " D-VÖ: 02.06.2006
Label: Sterne Production / NRW
in Kooperation mit dem Bureau Musique Berlin
PR-Kontakt: Jürgen Czisch | jc@mv-nrw.de
Pierre Bloch violin, vocals
Jean-Francois Guédon percussions set, drums, vocals
Hervé Menuet guitar, vocals
Jacques Métivier accordeon, vocals
Presse-Info |Vier Musketiere der guten Laune
Hervé Menuet hat ein wildes Leben als Rock-Gitarrist hinter sich. Genauso wie Schlagzeuger Jean-François Guédon, dessen Muskeln außerdem noch von Funk-Grooves gestählt sind. Und während sich Pierre Bloch mit seiner Violine schon immer am liebsten durch die osteuropäische Folklore gefidelt hat, entdeckte Jacques Métivier schon früh auto-didaktisch die Liebe zum Akkordeon-Spiel.
Vier Musiker aus drei musikalischen Himmelsrichtungen also - die aber seit 2000 eine gemeinsame Sprache sprechen. Nachdem sie sich in der westfranzösischen Hafenstadt Nantes zum ersten Mal begegnet sind und sich auf Anhieb blendend verstanden. Prompt gründeten sie die Kapelle „Vaguement La Jungle“, bei der unsere Nachbarn bis heute nicht nur sofort alle Bistro-Stühle und –Tische zur Seite räumen. Auch bei Open-Air-Festivals gehören die Vier seitdem fest zum einheizenden Inventar.
Denn mit ihrem bunten Instrumentarium aus Banjo, Schlagzeug, Violine, Gitarre, Tuba, Trompete und Akkordeon jonglieren Vaguement La Jungle mit Klang-Jargons und –Slangs derart virtuos und feurig, dass es kein Halten mehr gibt. Da wird eine jüdische Klezmer-Melodie vom pumpenden Manouche Swing abgelenkt, tauschen sich arabische Rhythmen mit Rock-Beats aus, wackeln und hum-peln Chansons humorvoll schräg über Stock und Stein. Mu-sikalische Flirts als Ausdruck von vier erfrischend jugend-lichen Freigeistern und Freibeutern jenseits der Vierzig – frei nach der französischen Winzerweisheit „Je oller, desto doller“.
Fünf Jahre haben sich Vaguement La Jungle nach dem im August 2000 veröffentlichten Debüt-Album „Tchavalé“ nun für den Nachfolger „Aie, aie, aie“ Zeit gelassen. Und wer bislang dem flippigen Folk- Rock von Les Negresses Vertes und dem Musette-Charme eines Richard Galliano genauso erlegen ist wie den verwegen - knochigen Chansons eines Arthur H. und dem wildgeschüttelten Varieté-Jazz von Les Primitifs du Futur – der hält mit „Aie, aie, aie“ das ent-sprechende, nach bestem Unreinheitsgebot gemixte und um einige Entertainment-Prozentpunkte aufgestockte Destillat in den Händen.
Gleich das eröffnende „Patati“ ist ein wahres Energiebündel mit seinen stampfenden Rhythmen, die aus einem jüdischen Stedl importiert worden sind und Hervé Menuets robust-verkommene Reibeisenstimme zu einem sprachwitzigen Ge-gröhle anstacheln. Und als ob der Geist des großen Django Reinhardt durchs Aufnahmestudio geschwebt wäre, entpuppt sich das Lied „Aie, aie, aie“ als Zigeuner-Jazz-Hymne, bei der eifrig gescattet wird. Nostalgisch ist das – aber die aus-gelassene Stimmung und das ständige Augenzwinkern stammt unverkennbar aus dem Hier und Jetzt und ist ein-deutig Vaguement La Jungle. Schließlich ist die Lebenszeit zu kurz, als sich auch über die Schattenseiten des Lebens bierernst aufzuregen. In „Plastique“ wird daher die plas-tische Schönheitschirurgie aufs Korn genommen, die sich bei den Damen der Schöpfung von der Nase bis runter zu den Po-Backen abarbeiten darf. Auf das Reaktorunglück in Tschernobyl kippen sich Vaguement La Jungle erst einmal einen „Wodka Atomique“ hinter die Binde. Und das nar-kotisch groovende „Soudez“, dem Pierre Bloch an der Vio-line das „Mission Impossible“-Thema unterschmuggelt, ist ein Ohrwurm, in dem die Grenzen zwischen Arabern, Juden, Schweizern, Thailändern und Deutschen niedergerissen werden – natürlich ohne den gemeinen Gutmenschenzungen-schlag. Es sind ingesamt zwölf in amüsante Schieflage gebrachte Songs, die bis auf einen allesamt aus der eigenen Feder stammen. Doch selbst einem altehrwürdigen, flotten Klassiker drücken Papé (Hervé Menuet), Mommon (Jacques Métivier), Pierrot (Pierre Bloch) & La Youl (Jean-François Guédon) selbstverständlich ihren Stempel auf – wenn sich Charles Trenets „Le Soleil et la lune“ plötzlich im Slow-Motion-Tempo so dahinschleppt, als wäre er zulange von der Mittagssonne durchgegart worden.
Vive La France, Vive Vaguement La Jungle!
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