Jan Klare (D)
CD "jAtoZz" (AO-NRW | NRW 3008)
Jan Klare reeds, Martin Scholz keys, Oliver Siegel keys, Alexander Morsey bass, Wolfgang Ekholt drums,
guests: Kathrin Mander vocals, Wilbert de Joode bass, Michael Vatcher drums, Hans Kanty percussion,
Robert Weitkamp drums, Supernova Orchestra
"Lennon/McCartney, Duke Ellington, Cole Porter oder Pat Metheny. Ähnlichkeit mit den bekannten Originalen ist bei Klare nicht unbedingt erwünscht. Vielmehr favorisiert er den eigenständigen Klangkosmos, den er mit seinen Saxophonen dynamisch bis exzessiv erzeugt. Die CD ist das Resultat einer Konzertreihe im Dortmunder Jazzclub "Domicil", in dem Klare seit März 2000 an jedem zweiten Mittwoch das "Real Book" der Jazzer abarbeitete - von A - Z. Dabei kommt jeder Buchstabe des Alphabets vor: von A wie "April in Paris" bis Z wie "Zero Tolerance for silence". Manche Titel sind bis zur Unkenntlichkeit verschönert, andere in der Originalität kaum zu toppen. Ein beachtliches Unternehmen, das beim Hörer angekommen ist." (Westzeit)
Info | Jan Klare, Münsters Vorzeigejazzer, ist für Überraschungen bekannt. Wie ein Aal windet er sich durch Kategorien und Genres. Ihn stilistisch festzunageln ist unmöglich. Und trotzdem bleibt sich der Altsaxophonist und Querflötist zwischen den Eckpfeilern von Modern-, New-, Punk- und Rock-Jazz stets treu. Ob mit nervösen Linien oder explodierenden Klang-Kaskaden, ob mit witzigen Kommentaren oder balladesken Ruhephasen - wer ihn einige Male hat spielen hören, wird ihn fortan unter Dutzenden seiner Kollegen eindeutig heraushören. Jan Klare macht Spaß - selbst wenn er mit allem Ernst bei der Sache ist.
Das gilt auch für seine neue CD-Einspielung, der ein ungewöhnliches Projekt vorangegangen ist. Seit März 2000 arbeitete sich der Münsteraner im Dortmunder Jazzclub "Domicil" konsequent durch das das "Real Book" - eine rund 500 Titel umfassende Sammlung von Standards aus der Jazzgeschichte. Wie geschaffen also für einen "klaren" Angriff auf eingefahrene Hörgewohnheiten. Was als Grundlage für "jam sessions" gedacht ist, wurde unter den flinken Fingern des Reperoire-Revolutionärs zu einer Demonstration von Einfallsreichtum und respektabler Respektlosigkeit.
Ein 18-teiliger Ausschnitt dieser umfassenden Club-Kollektion ist nun - bis auf das live mitgeschnittene "Goodbye Porkpie Hat" - als reine Studioeinspielung herausgekommen. Dabei zeigt Klare keine Angst vor "großen Tieren“. Weder vor Mingus noch Ellington, weder vor Coleman noch vor Porter. Sie alle sind bei seinem Spaziergang durch das Book-Alphabet vertreten - auf dem Silberling mit dem programmatischen Titel "jAtoZz" beginnend mit "April in Paris" und endend mit "Zero Tolerance for Silence". Klassiker, die sich Klare und seine Band (u.a. Martin Scholz, Oliver Siegel, Alexander Morsey, Wolfgang Ekholt und - nicht zu vergessen - die Vokalistin Kathrin Mander) zueigen machen, ohne deren Herkunft zu verleugnen. Vor Überraschungen ist man allerdings auch hier nicht sicher - und das ist gut so. (Infotext von K.P. Hess, Münster)
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